Martin Scorseses Kunst des Filmemachens
Martin Scorsese ist einer der wichtigsten Regisseure des modernen US-amerikanischen Films. Er verbindet auf souveräne Weise die kommerziell dominierten Anforderungen Hollywoods mit seinen Bestrebungen als unabhängiger Filmemacher.
Der Treibstoff für Scorseses Schaffen
Wie kein anderer hat Scorsese sich der filmischen Verarbeitung seines kulturellen Hintergrunds gewidmet. Das Milieu der italienischen Einwanderer in den USA, insbesondere in dem New Yorker Stadtviertel Little Italy, mit seinen Widersprüchen zwischen italienischer und amerikanischer Kultur, zwischen Kirche und Korruption, zwischen Anpassung und Ausbruch aus den gesellschaftlichen Konventionen sind wichtige Themen seiner Filme. Erklärtes Ziel von Martin Scorsese ist es, sich mit fiktiven Filmen der Wirklichkeit so weit wie möglich zu nähern und die Figuren dem Publikum als interessante menschliche Charaktere zu präsentieren, die jedoch nie idealisiert werden. Authentizität erreicht er unter anderem dadurch, dass seine Dialoge zum Teil aus Tonbandaufzeichnungen entwickelt werden, aber auch durch Dokumentaraufnahmen, die er in seine Filme einbindet. Alle seine Werke durchzieht die Darstellung von Gewalt, so lösten z.B. die brutalen Szenen in “Taxi Driver” hitzige Diskussionen aus. Trotzdem wurde dieser Film, der die Doppelmoral der Gesellschaft kritisiert, zu einem Klassiker, mit dem Scorsese der Durchbruch gelang.
Meister der Vielfalt
Martin Scorsese hat als herausragender Kenner der Filmgeschichte selbst verschiedenste Stilrichtungen und Genres erprobt, so Mafia- und Gangster-Filme, Komödien, Thriller, Literaturverfilmungen und Dokumentationen. Das mehrfach ausgezeichnete Drama “Good Fellas” ist von seinem Stil her einer der richtungsweisenden Filme der 90er Jahre. Der Filmemacher verwendet hier Ausdrucksmittel wie eine episodische Struktur, eine Erzählstimme aus dem Off und Standbilder, er verfolgt Seitenstränge, statt einer streng kontinuierlichen Narration zu folgen. Eine überragende Rolle spielt bei vielen seiner Werke der Einsatz von Musik. Mit zeitgenössischem Pop wird der Zuschauer z.B. in die entsprechende Zeit versetzt, Martin Scorsese verwendet Musikstücke aber auch im Kontrast zum Filmgeschehen. Seine Liebe zur Musik war auch Anlass für mehrere Dokumentarfilme, so über die Rockband The Band, über den Blues, Bob Dylan und die Rolling Stones. Der Regisseur war bereits sechs Mal für den Oscar nominiert, als er die begehrte Auszeichnung 2007 endlich für “Departed – Unter Feinden” erhielt.
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